franzi und nico

Gesichter des Puppentheaters – Kurzportraits Nr. 2

Franziska Rattay & Nico Alexander Parisius Studierende der HfS „Ernst Busch“ Abteilung Puppenspielkunst

 

MZ: “Aus Halle kommen so manche Talente. Schön ist es, wenn sie wieder zurück in die Saalestadt kehren. Bei Franziska Rattay und Nico Alexander Parisius, die jetzt eine Premiere am Puppentheater bestreiten, ist das der Fall. Für die beiden jungen Mimen ist die Arbeit am halleschen Puppentheater eine besondere: Sie gehört zu Ihrem Puppenspiel-Diplom. … Fischbrötchen entstand nach dem bekannten Bilderbuch von Fredrik Vahle. Ralf Meyer inszeniert das Stück mit den beiden.”

 

1. Esst Ihr gern Fischbrötchen?
Franziska: Ja, wenn es wirklich Fisch ist.
Nico: Ja, Bismark

2. Was darf im Kühlschrank nie fehlen?
Franziska: Butter
Nico: (lacht), also ich habe nie soviel in meinem Kühlschrank, ich esse gern auswärts und unterwegs.
Franziska: Genau, bei Nico ist es immer so: wenn man die Kühlschranktür öffnet macht es Fuuuuuughghghghghg, oder Strohballen rollen durch die Gegend.
Nico: Also manchmal ist schon was drin, aber es gibt nichts, wo ich sage, dass muss immer drin sein.
3. Was findet Ihr schwerer, Anfangen oder Aufhören?
Franziska: Aufhören…., weil…, ja ein Ende finden mit etwas finde ich viel schwerer als dem zu folgen worauf man Lust hat oder so. Also, das was man anfängt, fängt man ja an, weil man es gern möchte oder weil man den Drang dazu hat. Wenn etwas aufhört und ich finde es traurig wenn es zu Ende geht.
Nico: Ich glaube bei mir ist es Anfangen, weil ich, wenn ich mit etwas anfange immer relativ lange brauche, weil ich ungern Fehler mache und deswegen versuche mich so gut wie möglich darauf vorzubereiten, alle Optionen abzuwägen um die Fehlerquote zu minimieren.
4. Fischbrötchen ist Eure Diplominszenierung und bildet den Abschluß Eures Studiums. Gibt es bereits Pläne was ihr danach machen werdet?
Franziska: Ähm…, also wir sind ja hier erstmal noch als Gast und wir werden vermutlich auch im Anschluß als Gast arbeiten wir beide, also wir werden Gastarbeiter sein, öhm… Also entweder noch komplett was Freies machen zwischendurch oder eben einfach Gast an Theatern sein…
Nico: Also ja, ich werde auch erstmal als Gast hier am Theater sein. Im Sommer spiele ich noch bei der Diplominszenierung von zwei Komolitonen von mir mit und damit werden wir hoffentlich auch ein bisschen rumfahren und auf Festivals spielen. Also ich denke schon, dass ich die näachsten Jahre erstmal ein bisschen Theater mache und dann mal gucken was einem sonst noch für Interessen über den Weg laufen.
Franziska: Ich finde es gerade auch ganz schön so ein bisschen rumzuschnuppern und Gast zu sein und verschiedene Theater und Regisseure kennenzulernen, aber ich hätte auch Lust dann irgendwann mal fest an einem Theater zu arbeiten.
5. Habt ihr Euch das Theater für Eure Diplom selber ausgesucht, oder wie ist die Zusammenarbeit mit dem Puppentheater Halle zustandegekommen?
Nico: Wir kommen ja beide aus Halle und kenne das Puppentheater natürlich. Bei mir war es auch der auschlaggebende Grund, warum ich das Studium angefangen habe. Und uns beiden ging es so, dass wir gedacht haben, hier würden wir gern mal spielen. Im dritten Studienjahr haben wir dann mit unserer Mentorin gesprochen, ob es die Möglichkeit gibt. Also haben wir eine Email geschrieben. Parallel wurden auch 2 Stellen im Puppentheater ausgeschrieben, da haben wir uns auch beworben.
Franziska: In Folge dessen, kam dann auch das Angebot vom Puppentheater für die Diplominszenierung. Es ist schon sehr besonders für die Puppenschule, das man so ausgebildet wird, dass man möglichst eigenständig und selbstständig zurecht kommt, da die Mehrzahl dann doch frei arbeiten wird. Man organisiert sich also ziemlich schnell selbst. Das bedeutet einerseits die Freiheit selber wählen zu können, andererseits aber auch, dass man den Mut haben muss auf die Leute zuzugehen. Das ist anstrengend aber trotzdem lernt man dabei sehr viel und ist dabei auch aufgefordert genau zu wissen was man möchte und worauf man Lust hat.
6. Werden Eure Mentoren bzw. Professoren zur Premiere da sein oder gibt es eine separate Vorstellung?
Nico: Es muss für die Bewertung nicht unbedingt die Premiere sein. Wir müssen einfach rechtzeitig einen Prüfungstermin anmelden und dann kommen die her und gucken sich das an. Soweit in der Theorie. Schließlich müssen die ja von Berlin nach Halle kommen.
Franziska: Also es müssen mindestens zwei Dozenten sein. Die setzen sich dann in die Vorstellung und danach kommt die Note und ein Nachgespräch.
7. Der zweite Teil Eures Diploms ist die schriftliche Arbeit. Hat die was dem Stück zu tun oder ehr mit Puppenspiel im Allgemeinen?
Franziska: Der schriftliche Teil kann mit dem Stück zu tun haben, muss er aber nicht. Also ich schreibe über die Notwendigkeit der Puppe in der Forschung der künstlichen Intelligenz.
Nico: Also ich weiß es noch gar nicht genau. Vermutlich schreibe ich über Theater und Arbeit und die Produktionsverhältnisse am Theater. Das hat mich vorallem in Esslingen beschäftigt, weil die Schauspieler dort extrem viel ackern und an ihre Grenzen gehen müssen. Also die Frage nach Arbeit und Berufung und der Leidenschaft der man sich hingibt. Das läuft nach meiner Beobachtung bei einem Techniker zum Beispiel ganz anders. Die haben eine feste Schicht während von einem Schauspieler erwartet wurde, weil er ja soooo sehr dafür brennt, dass er eben auch statt bis 22:00 bis 23:30 probt ohne auf die Uhr zu gucken.
8. Wie haben Euch die Produktionsbedingungen im Puppentheater gefallen?
Franziska: Ausgesprochen gut! Es war wirklich eine sehr entspannende Arbeit. Man konnte ankommen, sich fallen lassen und kreativ sein. Der Ball war die ganze Zeit am rollen. Und ich kenne ja Nico schon sehr lange, also schon seit der Grundschule. Jetzt haben wir gemeinsam studiert aber kaum zusammen gespielt, bis auf ein einziges Szenenstudium. Und es war natürlich jetzt schön, auch mal mit Nico zu spielen. Und mit Ralf, das war natürlich auch sehr schön und mit Sebastian. Ein tolles Team!
Nico: Mir hat es auch sehr viel Spaß gemacht. Es ging auch sehr schnell, dass man sich verstanden hat um miteinander zu arbeiten. Das hat mich beeindruckt. Also ich habe nicht einmal gedacht, jetzt ist die Stimmung ja richtig scheiße, was in der Mehrzahl der Theaterarbeiten die ich gemacht habe der Fall war. Diesen Punkt gibt es ja meistens und der vergeht auch wieder, aber hier eben nicht was extrem erfreulich war.
9. Ihr kommt also gern wieder?
Franziska: Ja klar!
Nico: Das hängt ja auch vom Regisseur ab, aber die erste Erfahrung war sehr gut.